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Stand: 29.05.2015

Pressemitteilung

Herausforderungen durch neues Pflegeberufsgesetz

Timo Siebenborn

Seit September 2016 zeichnet Timo Siebenborn offiziell als neuer Schulleiter verantwortlich.reits seit 2010 gestaltet der Pflegepädagoge und Experte für Erwachsenenbildung das Schulleben mit. Auch ein Probejahr als Schulleiter hat er bereits absolviert: Im Schuljahr 2011/2012 war Timo Siebenborn vertretungsweise Schulleiter der Caritas-Fachschule für Altenpflege in Ludwigshafen. Schon damals standen spannende Herausforderungen auf seiner Agenda: Erstmalig wurde die Schule zertifiziert und eine verkürzte Pflegeausbildung als landesweites Pilotprojekt entwickelt und umgesetzt.

Dem neuen Schulleiter stehen auch jetzt Herausforderungen bevor: Mit der Einführung des neuen Pflegeberufsgesetzes, das voraussichtlich 2019 in Kraft tritt, wird die generalistische Pflegeausbildung umgesetzt. "Für uns bedeutet das große Veränderungen: Trägerentscheidungen, Schulfusion, neue Lehrpläne und neue Organisationsformen für die praktische Ausbildung", erklärt Siebenborn. "Bald werden sich Auszubildende nicht mehr für eine spezielle Pflegeausbildung in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege entscheiden müssen. Sie werden generalistisch - also umfassend - zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ausgebildet werden. Drei Ausbildungsberufe fließen in eine neue Ausbildung zusammen."

Die Einführung einer Schülervertretung ist ein wichtiges Projekt für die Fachschule, das Timo Siebenborn sehr am Herzen liegt - und es spricht für sein Verständnis von moderner Bildungsarbeit: "Die aktive Mitgestaltung des Schullebens durch die Auszubildenden selbst sehen wir als Selbstverständlichkeit. Darin drückt sich auch unser Verständnis christlicher Werte aus", sagt Siebenborn. "Als katholische Fachschule stehen wir für ein christliches Menschenbild ein. Das bedeutet auch, den Auszubildenden das Handwerkszeug mitzugeben, mit dem sie gesellschaftliche Prozesse mit christlich Werten souverän gestalten können."

Für seine neue Aufgabe ist  Siebenborn bestens gerüstet. Der 35-jährige gebürtige Essener hat zunächst eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger absolviert und nach verschiedenen Berufsstationen an der Hochschule Ludwigshafen Pflegepädagogik studiert. Seit 2010 arbeitet er an der Caritas-Fachschule für Altenpflege und hat, parallel zu einer Tätigkeit als stellvertretender Schulleiter, von 2012 bis 2015 berufsbegleitend den Masterstudiengang "Erwachsenenbildung" an der TU Kaiserslautern absolviert.

Seine Masterarbeit behandelt ein aktuelles Thema der Ausbildung: Wie kann die Altenpflegeschule Orientierungshilfen für Menschen geben, die nach jahrelanger Hilfskrafttätigkeit in der Pflege eine Ausbildung beginnen möchten? Welche Unterstützung brauchen diese Menschen für ihren Rollenwechsel von der Hilfs- zur Fachkraft? "Als Privatschule haben wir die Möglichkeit, sehr individuell auf die Menschen einzugehen", betont Siebenborn. So findet beispielsweise in allen Ausbildungsgängen eine Binnendifferenzierung statt, "denn wir müssen darauf eingehen, welche Lebens- und Berufserfahrungen unsere Auszubildenden mitbringen und wie sie wechselseitig voneinander profitieren können."

Für die im April 2016 als Nachfolger von Dr. Kristiane Koch-Schultheiss übernommene Leitung der katholischen Pflegefachschule qualifiziert sich Timo Siebenborn derzeit über die Weiterbildung "Qualifizierung für Schulleitungsaufgaben an katholischen Schulen" des ILF Mainz, die im Februar 2017 abgeschlossen sein wird.

Die Fachschule und ihre Angebote
Derzeit lernen rund 130 Auszubildende in sieben Klassen an der Fachschule für Altenpflege in Ludwigshafen, die ein Team von zwölf Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Drei Klassen gibt es im ersten Ausbildungsjahr, einige Auszubildende absolvieren hier die einjährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer. Direkt in das zweite Ausbildungsjahr können Auszubildende einsteigen, die aufgrund beruflicher Vorbildung für eine verkürzte Ausbildung in Frage kommen. Je zwei Bildungsgänge gibt es derzeit im zweiten und dritten Ausbildungsjahr. Darüber hinaus bildet die Fachschule im Tandem mit der Hochschule Ludwigshafen Bachelor-Studenten der Pflege aus, bietet die Qualifizierung zum/r Alltagsbegleiter/in nach §87b SGB XI, den Weiterbildungsgang "Praxisanleiter/in im Gesundheitswesen und in der Altenpflege" sowie Schulungen für Hilfskräfte in der Pflege an.

Unabhängig davon, welchen Bildungsgang die Auszubildenden wählen,  besuchen sie eine Schule, an der das Thema "Christliches Menschenbild" eine zentrale Rolle spielt. Das zeigt sich beispielsweise im Unterrichtsfach "Religionsgeragogik", in dem es um die religiösen Bedürfnisse alter Menschen geht und darum, wie Pflegekräfte hier wirken können. Behandelt werden ethische Fragen wie: Was tue ich, und wie tue ich es zum Wohl des alten Menschen?

Für die Ausbildung in der Pflege ist Timo Siebenborn die Vorbereitung auf schwierige und neue Pflegesituationen wichtig. "Pflege besteht nicht nur in der Anwendung von Techniken, sondern ist zum größten Teil Beziehungsarbeit. Es ist wichtig, die Auszubildenden auch auf die emotional belastenden Situationen in der Pflege vorzubereiten, zum Beispiel bei sterbenden oder schwerkranken Klienten oder die Pflege von Menschen mit gerontopsychiatrischen Veränderungen. Unsere Auszubildenden lernen deshalb, den Menschen in seiner ganz besonderen Lebenssituation zu erfassen, den Pflegebedarf abzuleiten, die Pflege umzusetzen und auszuwerten."

Herausgegeben vom Caritasverband für die Diözese Speyer
Text: Brigitte Deiters / Foto: Stefan Tresch

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