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Stand: 29.05.2015

Pressemitteilung

“Ein vielseitiger, sinnvoller und anspruchsvoller Beruf“

Schüler 1Absolviert eine Ausbildung im Caritas-Altenzentrum Stiftung Bürgerhospital: Svenja Becher. Christine Kraus / Caritasverband Speyer

"Das geht schon in Richtung Traumberuf", sagt Sarah Batu (27). Ihre beiden Kolleginnen, Sara Michel-Döbler (22) und Svenja Becher  (27) stimmen ihr zu. Die drei jungen Frauen machen eine Ausbildung zur Altenpflegerin  im Caritas-Altenzentrum Stiftung Bürgerhospital in Deidesheim. Ein vielseitiger, sinnvoller und anspruchsvoller Beruf, der in der Öffentlichkeit viel zu wenig Anerkennung bekommt und oft völlig falsch eingeschätzt wird, finden die Frauen.

"Der Beruf hat ein negatives Bild nach außen und daran muss gearbeitet werden", sagt Svenja Becher mit Nachdruck. Sie selbst habe vor der Ausbildung nur gedacht: Altenpflege, das ist alte Leute satt und sauber zu machen. Inzwischen sieht sie das komplett anders. Die Ruppertsbergerin ist gelernte Arzthelferin, hat in einer Praxis gearbeitet, Nachwuchs bekommen und erst mal eine berufliche Pause eingelegt. Eine Stelle als Arzthelferin hat sie nicht mehr gefunden. Ihre Mutter und ihre Schwester, die ebenfalls in einer Pflegeeinrichtung tätig sind, haben ihr den Beruf der Altenpflegerin nahegelegt. Anfangs war Svenja Becher skeptisch, nun hat sie das erste Lehrjahr bald beendet und ist begeistert von ihrer Ausbildung.

Schüler 2Sarah Batu ist Schülerin im dritten Ausbildungsjahr im Caritas-Altenzentrum Stiftung Bürgerhospital. Christine Kraus / Caritasverband Speyer

Die Ausbildung ist äußerst vielseitig, bestätigt Sarah Batu, die im dritten Lehrjahr ist. Dazu gehören auch Fächer wie Anatomie, Gerontologie, Krankheitslehre, Rechtskunde, Psychiatrie, Arzneimittellehre, Aktivierung und Rehabilitation, Lebens- und Glaubensfragen. "Der Beruf ist komplexer als man denkt", erklärt sie. Sarah Batu kommt aus Neustadt an der Weinstraße, war von 2011 bis 2014 Alltagsbetreuerin im Bürgerhospital und hat danach weitere Erfahrungen in Behindertenheimen und der Psychiatrie gesammelt. 2016 hat sie sich entschlossen, Altenpflegerin zu lernen. "Es macht Spaß und verleiht meinem Leben Sinn", sagt sie nun gegen Ende ihrer Ausbildung. Sie hätte gerne mehr Zeit für die Senioren, aber das sei das Manko in allen Pflegeberufen. Wenn sie aber sieht, dass es einem Bewohner gerade nicht gut geht, dann nimmt sie sich die Zeit. Man müsse eben alles gut organisieren und strukturieren, erklärt sie. Sei möchte auf jeden Fall weiter im Bereich Pflege arbeiten, strebt später mal eine Stelle in der Pflegedienstleitung oder im Qualitätsmanagement an.

Schüler 3bDie Bewohner reagieren positiv auf die Schülerinnen, weiß Sara Michel-Döbler: „Es sind die ehrlichsten Menschen, sie spüren wie wir drauf sind.“Christine Kraus / Caritasverband Speyer

Sara Michel-Döbler aus Bad Dürkheim hat nach der Hauptschule ein Praktikum in der Altenpflege gemacht. Es hat ihr so gut gefallen, dass sie den Realschulabschluss nachgemacht hat um die Ausbildung zur Altenpflegerin machen zu können. Nun ist sie im ersten Ausbildungsjahr. "Ich finde es wichtig, für alte Leute da zu sein. Sie haben im Leben so viel geleistet, ich will nicht, dass solche Leute in Vergessenheit geraten", sagt sie. In ihrem Beruf sei Teamwork wichtig. Die Pflegekräfte im Bürgerhospital verstünden sich untereinander gut, egal wo sie herkommen und wie alt sie sind. "Hier stimmt die Unterstützung von uns Schülerinnen und die Organisation", erklärt Sara Michel Döbler.

Die Bewohner reagieren sehr positiv auf die Schülerinnen. "Wir werden immer angestrahlt. Wir ergänzen wir uns prima und lernen voneinander. Neulich habe ich einen tollen Tipp bekommen, wie man Rotweinflecken mit Backpulver entfernt", erzählt Sara Michel-Döbler. Außerdem seien die Menschen im Pflegeheim viel interessierter und toleranter als die Leute auf der Straße, berichtet Sarah Batu und zeigt auf ihre Ohren. "Ich habe die Ohrläppchen geweitet, da haben sie genau nachgefragt. Auch Saras kleines Tattoo im Nacken finden sie nett". Einrichtungsleiterin Verena Renner kann das bestätigen: Die Bewohner hätten die jungen Leute sehr gerne um sich.

Auch der Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen gibt den jungen Frauen viel: "Es sind die ehrlichsten Menschen, sie spüren wie wir drauf sind", sagt Sara Michel-Döbler. "Es gibt so viel zurück, wenn man ein Lächeln bekommt", findet Svenja Becher. "Wir lernen viel von ihnen, man wird achtsamer und entwickelt Feingefühl", sagt Sarah Batu.

Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es noch: "Was Pflegekräfte leisten und was sie verdienen steht in keinerlei Relation", sagt Verena Renner. "Doch wenn ich meine Mitarbeiter frage, ob sie lieber mehr Geld oder einen Kollegen hätten, dann würden sie den Kollegen nehmen". Die drei jungen Frauen nicken bestätigend, denn dann hätten sie noch mehr Zeit für ihre Senioren.

Text und Foto: Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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